Jugendliche

Jugendliche suchen ihren Weg. Sie schüren dabei Konflikte und gehen Risiken ein. Wie gehen Sie damit um? Die unten stehenden Geschichten sind Beispiele aus dem Erziehungsalltag. Vielleicht entnehmen Sie diesen den einen oder anderen hilfreichen Gedanken, wie Sie Erziehungsprobleme angehen und sich in erzieherischen Belastungssituationen verhalten können. Da jedoch jede Familie und ihr Alltag sehr verschieden sind, beantworten wir Ihre Fragen gerne individuell.

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Elterngruppe zum Thema "Mit Jugendlichen an der Grenze! Wie weiter?" Flyer Gruppe für Eltern von Jugendlichen zur Zeit in Planung. Bei Interesse wenden Sie sich direkt an britta.went(at)elternnotruf.ch 

 

Elternbildungstag: 10. Juni 2017 Flyer



Auseinandersetzungen mit Jugendlichen, am Beispiel Sackgeld

Die Tochter (12) verlangt mehr Sackgeld, weil sie ihre Handyrechnung nicht mehr bezahlen kann und sagt, sie werde sozial ausgeschlossen, wenn sie nicht weiterhin per Handy kommunizieren könne. Sie erpresst die Mutter mit der Drohung, sie klaue sich das Geld sonst zusammen. Die Mutter bleibt strikt und es kommt zur Eskalation: Die Tochter schmeisst das Handy der Mutter gegen die Wand und verflucht sie. Was tun?

Kinder neigen zu Argumenten wie: "Die anderen haben dies und ich nicht." "Die anderen dürfen mehr als ich darf." Wenn man den Mut hat, bei anderen Eltern nachzufragen, ist es oft nicht so. Zudem wird es immer andere geben, die mehr haben und dürfen, Eltern dürfen ihre eigene Haltung haben. Kinder und Jugendliche finden Argumente, die Eltern verunsichern und es ihnen deshalb schwer machen Nein zu sagen.

Es ist gut, dass diese Mutter eine eigene, klare Haltung vertritt und konsequent umsetzt. Hier gilt es den Mut zu haben und ohne Scheu vor einem Konflikt seiner Haltung treu zu bleiben und diese umzusetzen. Im Moment einer Eskalation kann Ruhe und Distanz helfen. Später, wenn sich die Situation beruhigt hat, lohnt es sich, den Konflikt zu besprechen. Die Mutter sollte der Tochter kurz und klar das Bedürfnis nach einem respektvollen verbalen Umgang mitteilen, bestenfalls ist sie darin Vorbild.

Wenn bewusst Material zerstört wird, sollte die Tochter als Konsequenz Ihres Handelns die finanzielle Verantwortung dafür übernehmen. Wie sich dies gestaltet, kann mit ihr gemeinsam besprochen werden. Weiterführend könnte die Mutter die Tochter fragen: "Welche Ideen hast du, um zu verhindern, dass etwas zerstört wird, wenn du das nächste Mal wütend wirst?"


Elternmisshandlung durch Jugendliche

Am Abend ruft Frau L. an. Sie hat zwei Jugendliche, 14- und 16-jährig, die sie als "sehr intensiv" beschreibt. Sie machen, was sie wollen, die Eltern wissen nicht recht, wie damit umgehen…

Die Situation tönt anfänglich bekannt und nicht unüblich. Als ich genauer nachfrage, welche Situationen denn besonders schwierig sind für die Eltern, entfaltet sich allmählich ein ganz anderes Bild. Die Kinder erpressen die Eltern, wollen Geld für Markenkleider und Zigaretten, schreiben der Mutter vor, was sie zu kochen hat, bedrohen beide Eltern verbal und haben auch schon körperliche Gewalt ausgeübt.

Nach 15 Minuten ist der Moment gekommen, Klartext zu reden: "Liebe Frau L., möchten Sie von mir hören, wie ich Ihre Situation einschätze?" Ja, das möchte sie… "Ihre Kinder sind nicht nur sehr intensiv, sie sind vor allem gewalttätig, was bei Ihnen in der Familie passiert, nennen wir Elternmisshandlung…" Es ist eine halbe Minute still, dann atmet Frau L.  beinahe erleichtert auf. Wir können darüber reden, dass sie sich als Mutter wirklich bedroht fühlt, dass es so nicht weiter gehen kann und sollte, auch im Interesse der Kinder.  Der erste Schritt ist oft die klare Benennung der Gewalt. Erst wenn die Betroffene der Realität in die Augen sieht und ihr einen Namen gibt, wird es möglich zu schauen, welche Schritte in Richtung Veränderung möglich sind. Am Telefon ist es oft einfacher heikle Themen anzusprechen, weil die Anruferin anonym bleiben kann.