Skip to main content Skip to page footer
2026, News,

Brigitte Müller, Vorstandspräsidentin des Elternnotrufs im Interview

 

Im Kurzinterview gibt Brigitte Müller persönliche Einblicke in ihr Engagement und ihre Motivation.

 



Warum engagierst Du Dich als Vorstandspräsidentin für den Elternnotruf?


Als Mutter von zwei Teenagern und Co-Leiterin des Schwerpunkts Kindesschutz am Institut Kinder- und Jugendhilfe der HSA FHNW beschäftige ich mich privat und beruflich täglich damit, wie anspruchsvoll und herausfordernd Elternschaft, Familienbeziehungen und Kindererziehung sein können. Wir haben heute das Glück, dass wir in der Wahl unseres Familien- und Lebensmodells viel Freiheit haben und es bei Bedarf viele Unterstützungsangebote gibt. Andererseits gelangen aber aus der Gesellschaft, dem Umfeld, den Medien und auch von uns selbst so viele Ideale, Ansprüche und Ratschläge an uns, dass der Druck, «es richtig zu machen» auch sehr gross sein kann – so gross, dass man sich manchmal frustriert, überfordert und hilflos fühlt.

Der Elternnotruf bietet hier eine wichtige Anlaufstelle, wo man zunächst einfach «abzuladen» kann, wieder Boden unter die Füsse bekommt und sich danach mit der Begleitung durch die Berater:innen nicht nur mit den Problemen, sondern auch möglichen Lösungen befassen kann. Dass ich dies durch meine Arbeit im Vorstand und neu im Präsidium unterstützen kann, motiviert mich sehr. Dass ich gerade im Jahr 2026, wo die Schweiz endlich das Gebot zur Erziehung ohne Gewalt gesetzlich verankert, diese Funktion übernehmen darf, freut mich ganz besonders.


Seit wann arbeitest Du für den Vorstand?

Ich bin seit 2020 dabei. Das Team, die Geschäfstleitung und der Vorstand haben seither viele Veränderungen initiiert und umgesetzt – es ist sehr dynamisch. Manchmal mussten wir «zurückrudern», manchmal auch herausfordernde Entscheidungsprozesse bewältigen. Was ist sehr schätze ist der Austausch und die Gespräche im Vorstand, mit der Geschäftsleitung und den Berater:innen, und besonders auch die Kultur und die Werte, die unsere Arbeit prägen: ein offener, in der Sache «fadengerader» und doch aushandlungsorientierter Diskussionsstil bei gleichzeitig sehr hohem Engagement, einem ausgeprägten Wir-Gefühl und einer hilfreichen Portion Humor.


Woraus ziehst Du persönlich Kraft?

Obwohl ich den Familienalltag und den damit verbundenen ’mental load’ oft anstrengend finde, erlebe ich die Entwicklung als Familie insgesamt als spannende, überraschungsreiche und oft auch sehr lustige Reise, was mich erdet und mir Energie gibt. Den Kopf bekomme ich im Alltag auf kleinen und grossen Rennvelorunden und bei Abenden mit Freund:innen und Freundinnen frei. Und was mich immer glücklich macht, ist, im Sommer oder Winter auf einem Berggipfel zu stehen, den Wind zu spüren, ein Biberli zu essen und die Berge zu sehen, und vielleicht noch einen Steinbock, Mungg, Adler oder Bartgeier.



Brigitte Müller
Vorstandspräsidentin des Elternnotrufs (2026)
Psychologin FSP, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut Kinder- und Jugendhilfe der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW